Hausarztpraxis Sigrun Kazalla Fachärztin für Allgemeinmedizin, Rettungsmedizin und Palliativmedizin - Lymphologie -
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So lässt sich die Abwehrkraft stärken

Herbstzeit ist Grippezeit. Um gesund zu bleiben, braucht der Körper starke Abwehrkräfte und viel Energie. Obst und Gemüse, Sport sowie ausreichend Schlaf bringen das Immunsystem in Schwung

Kürzere Tage und nasskaltes Schmuddelwetter – der Herbst schlägt nicht nur auf die Stimmung, auch die Abwehrkräfte des Körpers werden stark beansprucht. Der Witterungsumschwung ist oft eine Belastung für unser Immunsystem. Der stetige Wechsel zwischen warmen Temperaturen in beheizten Wohnungen sowie Wind und Kälte im Freien bedeuten viel Stress für den Körper und machen ihn anfälliger für Erkältung und Grippe. Um gesund zu bleiben, muss er Kraft und Energie tanken. Viel Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf halten auch in der kälteren Jahreszeit fit.

Im Herbst ist außerdem das Risiko einer Tröpfcheninfektion um ein Vielfaches größer. Sobald es draußen nass und kalt ist, halten sich die Menschen vermehrt in geschlossenen Räumen auf. Dort kommt man eher mit kranken Menschen in Kontakt und kann sich daher leichter mit Viren und Bakterien anstecken – etwa durch Husten oder Niesen, aber auch durch Händeschütteln.

Vor allem Bewegung an der frischen Luft tut dem Immunsystem gut. Sport und ausgedehnte Spaziergänge regen die Durchblutung an und bringen den Kreislauf in Schwung. Dabei helfen Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren, allerdings nur in Gegenden mit wenig Verkehr. Es gilt das Motto: wenn man sich sportlich austoben will, sollte man sich Gebiete aussuchen, die nicht durch Abgase von Autos oder anderen Verkehrsmitteln belastet werden.

Wer sich trotz Regen und Wind viel draußen bewegt, verbessert durch Sport im Freien das allgemeine Wohlbefinden und stärkt das Immunsystem. Dadurch lernt der Körper, Stress auszuhalten und damit besser umzugehen. Eine rege Durchblutung verteilt die Abwehrstoffe gleichmäßig und versetzt das Immunsystem in Alarmbereitschaft. Für die Erholung des Körpers ist zudem ausreichend Schlaf das A und O.

 

Wer es sich zu Hause gemütlich macht, sollte darauf achten, dass die Räume gut gelüftet sind. Es reicht reicht ein kurzes Lüften, man muss nicht den ganzen Tag das Fenster aufstehen lassen. Die Empfehlungen sind dreimal am Tag frische Luft: Morgens nach dem Aufstehen, abends, wenn man nach Hause kommt und vor dem Schlafengehen jeweils fünf Minuten.

Ebenso wichtig ist es, sich vitamin- und mineralstoffreich zu ernähren – also reichlich Obst oder Gemüse. Damit es nicht langweilig wird, müssen es aber nicht immer Apfel oder Salat sein. Auch etwa Apfelsaft und Orangensaft, eingelegte Gurken und gekochtes Gemüse gehören zum Mittagessen. Neben Vitamin C ist Zink ein nützlicher Helfer, um die Abwehrkräfte zu stärken. Daher dürfen auch Rind- und Schweinefleisch, Geflügel, Ei, Milch und Käse auf den Teller kommen.

Hartgesottene können auch auf kräftigere Geschmacksrichtungen wie Meerrettichsaft oder frisches Sauerkraut zurückgreifen, da Frischkost für die Magen-Darm-Passage hervorragend ist. Und damit auch für das Immunsystem, denn im Darm sitzt ein Großteil der Abwehrzellen des Körpers. Wenn der Darm funktioniert, wird auch das Immunsystem stabilisiert.

Es ist zu empfehlen, heimisches Obst und Wintergemüse zu essen, da dieses meist frischer ist. Es gibt viele Kohlsorten, mit denen man abwechslungsreich kochen kann, etwa mit Grünkohl, Brokkoli oder Kohlrabi. Neben Äpfeln und Birnen sind im Herbst auch Champignons, Kartoffeln und Steckrüben gut zu bekommen.

Zu einer gesunden Ernährung gehört auch ausreichend Flüssigkeit. Am besten trinkt man möglichst kalorienfreie Getränke wie Leitungswasser, Mineralwasser oder Früchtetee. Zwischen 1,5 und 2 Litern pro Tag sollten es mindestens sein. Die Menge sollte erhöht werden, wenn man viel in Räumen mit trockener Heizungsluft sitzt. So bleiben die Bronchien feucht, und Bakterien werden weggespült. Wer lieber etwas mehr Geschmack im Glas hat, kann sein Mineralwasser mit Fruchtsaft mischen.

Quelle: Apotheken-Umschau, verändert

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